Kurzgedichte

Die Flucht

Am tiefblauen Ozean
Da stehe ich
Schaue mir die Wellen an
Rühre mich nicht
Einsamkeit und Sehnsucht
Nach der Ferne
Mich leiten während meiner Flucht
Die Sterne
Eins mit diesem Traum zu sein
Wünsche ich
In den tiefblauen Ozean
Falle ich
Wind

Wind in meinem Haar
Glanz in meinen Augen
Nimm mich mit!
Trage mich!
Fliege mit mir!
Ich lache laut
Sauge ein die kühle Luft
Und rufe aus vollem Halse:
„Nimm mich mit!
Über die Berge!
Über das Meer!
Über Wiesen und Felder!“
Trage mich! Fliege mit mir!
Wildes Herz I

Mit leeren Augen starre ich in die Ferne
Meine Pfoten spüren keine Wärme
Meine Klauen sind scharf wie Klingen
Und lassen dich um dein Leben ringen
Am Tag ein Mensch, ein Wolf bei Nacht
Steht der Mond in voller Pracht
Keine Chance mir zu entgehen
Ich höre dich um Gnade flehen
Meine Zähne sind scharf wie Messer
Ich kenne nichtmehr meine Schwester
Es zieht mich in den Wald hinein
Dort will ich bleiben, ganz allein...
Wildes Herz II

Mensch war ich noch letzte Nacht 
Heute schleich' ich zart und sacht' 
Durch die Dunkelheit allein 
Doch allein will ich nicht sein 
Hat mein Leben einen Sinn 
Wenn ich als Wolf alleine bin? 
Und ich suche wie vernarrt 
Nach weiteren meiner Art 
Sicher ist, dass, der mich biss 
Noch in diesem Walde ist 
Sein  Geheul' klingt in der Ferne 
Sein Rudel ist hier 
Sie stimmen ein und rufen... nach mir? 
Ja! Ich folge gerne